Checkliste Grundstückskauf
Schritt für Schritt zum eigenen Grundstück
Der Kauf eines Grundstücks ist komplexer als der Kauf einer bestehenden Immobilie. Neben dem reinen Kaufprozess müssen Sie Bebaubarkeit, Erschließung und Bodenbeschaffenheit prüfen. Diese Checkliste führt Sie in fünf Phasen durch den gesamten Ablauf.

Phase 1: Vorbereitung
- Budget ermitteln: Wie viel können Sie für Grundstück und Hausbau zusammen aufbringen?
- Kaufnebenkosten einplanen, beim Grundstück inklusive möglicher Erschließung
- Eigenkapital zusammenstellen und die Finanzierung vorklären
- Bebauungswunsch definieren: Einfamilienhaus, Doppelhaushälfte oder Mehrfamilienhaus?
- Wunschlage und Grundstücksgröße festlegen
- Finanzierungsbestätigung der Bank einholen
Phase 2: Grundstückssuche
- Suchauftrag beim Makler aufgeben
- Immobilienportale und kommunale Grundstücksangebote prüfen
- Grundstücksart klären: Bauland, Rohbauland oder Bauerwartungsland?
- Topografie beachten: Hanglage, Ausrichtung und Sonnenverlauf
- Umgebung prüfen: Infrastruktur, Lärmquellen und geplante Bauvorhaben in der Nachbarschaft
- Erschließungsgrad erfragen: Welche Anschlüsse sind vorhanden?
Passende Angebote erhalten
Hinterlegen Sie Ihre Suchkriterien — wir informieren Sie, sobald passende Objekte verfügbar sind.
Phase 3: Prüfung
- Bebauungsplan einsehen und prüfen (GRZ, GFZ, Bauweise, Dachform)
- Grundbuchauszug anfordern: Wegerechte, Baulasten, Grundschulden?
- Altlastenkataster der Stadt prüfen
- Bodengutachten beauftragen (Tragfähigkeit, Grundwasser, Altlasten)
- gegebenenfalls Bauvoranfrage beim Bauamt stellen
- Vermessungsstatus klären: Sind die Grenzen festgelegt?
- Erschließungsbeiträge klären: Stehen noch Nachzahlungen aus?
Phase 4: Kauf
- Kaufpreis verhandeln, auf Basis von Bodenrichtwerten und Vergleichswerten
- Kaufvertragsentwurf vom Notar anfordern und prüfen
- grundstücksspezifische Klauseln prüfen (Erschließung, Altlasten, Vermessung)
- Notartermin wahrnehmen und Vertrag beurkunden
- Grunderwerbsteuer zahlen
- Eigentumsumschreibung im Grundbuch abwarten
Phase 5: Nach dem Kauf
- Bauantrag bei der Baugenehmigungsbehörde einreichen
- Architekten oder Bauträger beauftragen
- Erschließungsarbeiten beauftragen, falls nur eine Teilerschließung besteht
- Versicherungen abschließen, etwa Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung
- Grundsteuer an die Gemeinde zahlen, ab dem Eigentumsübergang

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Wir begleiten Sie durch alle fünf Phasen und achten darauf, dass kein Punkt übersehen wird. Sprechen Sie uns an.
Häufige Fragen zum Ablauf in Wiesbaden
Was steht im Bebauungsplan für ein Grundstück in Wiesbaden?
Er regelt verbindlich, was und wie Sie bauen dürfen – wir lesen ihn für Ihr Vorhaben aus. Ohne diese Prüfung kaufen Sie ein erhebliches Risiko.
Die wichtigsten Festsetzungen sind:
- die Grundflächenzahl, also welcher Anteil des Grundstücks bebaut werden darf
- die Geschossflächenzahl, also wie viel Geschossfläche insgesamt zulässig ist
- die Bauweise, die Dachform und die zulässige Gebäudehöhe
Aus dem Zusammenspiel dieser Werte ergibt sich, ob Ihr Wunschhaus überhaupt genehmigungsfähig ist. Wer ohne diese Prüfung kauft, riskiert ein Grundstück, auf dem sein Haus nicht entstehen darf. Deshalb sehen wir uns den Bebauungsplan vor jedem Kauf genau an. So wissen Sie vorab, was auf der Fläche möglich ist.
Wann brauche ich ein Bodengutachten in Wiesbaden?
Bei einem Baugrundstück fast immer, oft verlangen es auch Bank und Bauamt – wir vermitteln Ihnen geeignete Gutachter. Es prüft Tragfähigkeit und Altlasten zugleich.
Besonders wichtig ist es, wenn:
- ein Verdacht auf Altlasten aus früherer Gewerbenutzung besteht
- das Grundstück in Hanglage liegt oder ein hoher Grundwasserstand zu erwarten ist
- der Boden lehmig oder torfig und damit schlecht tragfähig ist
Ein Problemboden kann die Kosten für Gründung und Keller erheblich in die Höhe treiben. Das Gutachten deckt solche Risiken auf, bevor Sie sich binden. Die überschaubaren Kosten stehen in keinem Verhältnis zu möglichen Mehrkosten. Deshalb sollten Sie an dieser Stelle nicht sparen.
Welche Erschließungskosten kommen beim Grundstückskauf in Wiesbaden hinzu?
Das hängt vom Erschließungsgrad ab, denn voll erschlossen ist nicht immer beitragsfrei – wir klären das vor dem Kauf. Bei Rohbauland fällt der größte Teil an.
Zu bedenken sind vor allem:
- die erstmalige Erschließung bei noch nicht erschlossenem Land
- die einmaligen Hausanschlusskosten für Wasser, Strom, Abwasser, Gas und Telekommunikation
- mögliche noch offene Beiträge aus laufenden Verfahren
Anders als in manchen Bundesländern sind die kommunalen Straßenausbaubeiträge in Hessen abgeschafft. Dennoch können die übrigen Erschließungs- und Anschlusskosten erheblich ausfallen. Deshalb holen wir vor dem Kauf eine Auskunft zum Erschließungsstand ein. So fließen diese Kosten von Anfang an in Ihre Kalkulation ein.
Wie prüfe ich Altlasten bei einem Grundstück in Wiesbaden?
Über das Altlastenkataster und die Nutzungsgeschichte, bei Verdacht ergänzt durch eine Bodenuntersuchung – diese Prüfung übernehmen wir für Sie. Ein übersehener Altlastenverdacht wird schnell zur kostspieligen Falle.
Die Prüfung umfasst in der Regel:
- die Einsicht in das Altlastenkataster über die zuständige Behörde
- die Recherche der früheren Nutzung anhand alter Pläne und Gewerbeansiedlungen
- bei konkretem Verdacht eine Bodenuntersuchung
Die Sanierung eines belasteten Grundstücks kann ein Vielfaches des Kaufpreises verschlingen. Deshalb ist gerade bei früheren Gewerbe-, Tankstellen- oder Industrieflächen besondere Vorsicht geboten. Im Kaufvertrag sollte zudem eine ausdrückliche Altlastenfreistellung des Verkäufers vereinbart werden. Bleibt ein Verdacht bestehen, klären wir ihn vor der Beurkundung durch eine Bodenuntersuchung. So gehen Sie kein unkalkulierbares Risiko ein.
Wer trägt die Vermessungskosten beim Grundstückskauf in Wiesbaden?
Das hängt von der Art der Vermessung ab – wir klären vorab, was in Ihrem Fall nötig ist. Nicht jede Vermessung zahlt automatisch der Käufer.
Grob unterscheiden lassen sich:
- ein einfacher Katasterauszug, den in der Regel der Käufer trägt
- eine Grenzfeststellung bei strittigen Grenzen, die meist der Antragsteller zahlt
- eine Neuvermessung bei einer Grundstücksteilung, die häufig der Verkäufer übernimmt
Hinzu kommt später eine Baugrundvermessung, die für die Baugenehmigung erforderlich ist und die der Bauherr trägt. Wer die jeweiligen Kosten übernimmt, sollte bereits im Kaufvertrag klar geregelt sein. Deshalb sprechen wir alle offenen Vermessungsfragen rechtzeitig vor der Beurkundung an. So gibt es später keinen Streit über die Kostenträger und keine bösen Überraschungen.
Was passiert nach dem Notartermin beim Grundstückskauf in Wiesbaden?
Der Notar setzt eine Reihe von Schritten in Gang, bis Sie bauen können – wir koordinieren den Ablauf für Sie. Bis zum Baubeginn vergeht noch etwas Zeit.
Nacheinander folgen unter anderem:
- die Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch
- der Grunderwerbsteuerbescheid und anschließend die Kaufpreiszahlung
- die Eigentumsumschreibung im Grundbuch
Wer schnell bauen möchte, sollte den Bauantrag schon parallel zur Notarabwicklung vorbereiten. Die Bearbeitung im Bauamt nimmt erfahrungsgemäß einige Wochen in Anspruch. Auch Architekt oder Bauträger lassen sich bereits in dieser Phase auswählen. So verlieren Sie zwischen Kauf und Baubeginn keine wertvolle Zeit. Wir behalten die einzelnen Schritte und Fristen für Sie im Blick.


